Bürgerinitiative „Sauberes Trinkwasser für Kuppenheim e.V."

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PFC im Trinkwasser: Wie wir die Situation sehen

Seit über 50 Jahren befinden sich sog. Polyfluorierte Chemikalien (PFC) oder Polyfluorierte Tenside (PFT) in der Produktion. In den 90er Jahren kamen erste Verdachtsmomente in den USA auf für eine toxische beziehungsweise krebserzeugende Wirkung von PFTs.
In Deutschland erregte der Fall „Möhne“ (Sauerland) im Jahr 2006 für Aufsehen (Landwirte setzten Bodenverbesserer in der Nähe eines Trinkwasserspeichers ein, die mit stark PFC-haltigen als Bioabfallgemisch deklariertem Klärschlamm versetzt waren. In der Folge gelangten diese PFC-Schadstoffe bis ins Trinkwasser und dann auch ins Blut der Bevölkerung).
Obwohl den Behörden spätestens seit dem Jahr 2008 bekannt war, dass einem zur landwirschaftlichen Verwertung bestimmten Kompost in den Jahren 2006 bis 2008 zum Teil aus der Recyclingpapierherstellung stammende Abfälle, sog. Papierschlämme, beigemischt wurden (die weder nach der Düngemittelverordnung noch nach der Bioabfallverordnung zugelassen sind) und dieser Kompost dann auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden aufgebracht wurde, sah man sich – trotz der Parallele zum Fall „Möhne“- nicht veranlasst, entsprechende Untersuchungen auf PFC vorzunehmen.
Das Ausmaß der Belastung der Böden, des Grundwassers, Rohwassers und Trinkwassers ergibt sich aus der Stellungnahme des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft im Einvernehmen mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vom 20.08.2014 Nr. 5-8932.52/2 (s. Drucksache des Landtags von Baden-Württemberg 15/5575, die nachfolgend auszugsweise wiedergegeben wird):

Boden
Deutliche Belastungen im Boden im Stadtgebiet Baden-Baden wurden in den Stadtteilen Sandweier und Haueneberstein festgesetllt. Die in Sandweier höchsten gemessenen Werte in den oberen 30cm Boden betragen 442,0 µg/kg PFC, entsprechend im wässrigen Eluat dieser Bodenprobe 24,9 µg/L PFC. Auf der beprobten landwirtschaftlichen Fläche waren noch Reste von Papierfasern vorhanden. Aktuell vorgenommene und analysierte Proben dieser Papierfasern ergaben einen Wert von 412,0 µg/kg PFC.
Die in Niederbühl-Förch höchsten gemessenen Werte in den oberen 30 cm Boden betragen 84,6 µg/kg PFC, entsprechend im wässrigen Eluat dieser Bodenprobe7,1 µg/L PFC. Die in Rauental höchsten gemessenen Werte in den oberen 30 cm Boden betragen 22,0µg/kg PFC, entsprechend im wässrigen Eluat dieser Bodenprobe 7,7 µg/L PFC.

Grundwasser, Rohwasser, Trinkwasser
Der höchste Einzelwert im Grundwasser wurde in einer Grundwassermessstelle in Baden-Baden-Sandweier im direkten Grundwasserabstrom der am stärksten mit PFC belasteten landwirtschaftlichen Fläche mit 12,4 µg/L PFC und 4,1 µg/L PFOA (Perfluoroctansäure) festgestellt. Bei drei zeitlich aufeinanderfolgenden Untersuchungen dieser Grundwassermessstelle war ein Rückgang der PFC-Gehalte festzustellen. Bei der letzten Untersuchung im Juli 2014 lagen die Gehalte bei 6,4 µg/L PFC und 3,0 µg/L PFOA. Aus diesem Rückgang der Werte kann aber nicht gefolgert werden, dass die PFC-Gehalte im Grundwasser grundsätzlich rückläufige Tendenz haben. Hier können sich jahreszeitliche Effekte bemerkbar gemacht haben.
Im Frühjahr 2012 haben die Star-Energiewerke Rastatt PFC-Belastungen im Rohwasser des Wasserwerks Rauental festgestellt. Nach Anstieg der Werte hat der Geschäftsführer der Star-Energiewerke Rastatt im Juli 2013 das Gesundheitsamt Rastatt über die Befunde informiert und vorsorglich das Wasserwerk Rauental außer Betrieb genommen. Die letzte Messung dieses Brunnens zu diesem Zeitpunkt ergab am 28.07.2014 einen Wert von 0,3 µg/l PFC. Ursache dieser Belastung ist eine lokal begrenzte Grundwasserverunreinigung südwestlich des Brunnens der Star-Energiewerke. Der Maximalwert, der in einer Grundwassermessstelle ermittelt wurde, beträgt 5,0 µg/L PFC…….

Im Zusammenhang mit den Belastungen im Wasserwerk Rauental haben die Star-Energiewerke Rastatt ihre Messungen auch auf die Tiebrunnen im Wasserwerk Niederbühl ausgedehnt. Im Bereich Niederbühl-Förch liegt eine im Vergleich zu Rauental und Hügelsheim flächenmäßig größere Grundwasserbelastung mit PFC vor, die sich über die Kreisgrenze hinweg in den Stadtkreis Baden-Baden hineinzieht. Der zwischenzeitlich stillgelegte Brunnen Niederbühl der Star-Energiewerke Rastatt weist dabei eine PFC-Belastung von ca. 2,7 µg/L PFC auf.
Seit August 2013 lässt auch der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal das Rohwasser seiner vier Tiefbrunnen im Wasserschutzgebiet Förch auf PFC untersuchen. Das Rohwasser des Tiefbrunnens 1 mit einem Wert von 1,5µg/L PFC (Juli 2014) wird aufbereitet. Das aufbereitete und ins Netz eingespeiste Trinkwasser hat einen Wert von 0,1 µg/L PFOA und PFOS bzw. 0,5 µg/L Summe aller PFC. Damit wird der vorsorgliche Maßnahmenwert von 0,5 µg/L Summe aller PFOA und PFOS für Säuglinge bzw. der Maßnahmewert von 5,0 µg/L Summe aller PFC für Erwachsene unterschritten. Die Tiefbrunnen 2-4wurden stillgelegt. Die Meßwerte des Rohwassers im Juli 2014 von Tiefbrunnen 2 bis 4 liegen zwischen 2,6 µg/L und 3,7 µg/L PFC. Im Bereich Niederbühl-Murgerstal wurden Belastungen des Grundwassers mit Werten bis 6,2µg/L PFC gemessen. Vom Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal werden monatliche Wasserproben gezogen und uns die Ergebnisse der Wasserproben zur Verfügung gestellt. Die aktuellen Analysedaten sind unter MESSWERT AKTUELL gespeichert.
Im Jahresbericht 2013 der CVUA Karlsruhe wurde über das Projekt des CVUA Sigmaringen unter Beteiligung des CVUA Karlsruhe bzgl. PFT folgendes ausgeführt: „In einer Probe (Grundwasser) aus dem Wasserwerk Förch wurde der GFS (Grundwasser-Geringfügigkeits-schwellenwert) mit 4,3 µg/l deutlich überschritten. Die Gehalte der Einzelsubstanzen PFOA, PFDoDA und PFHpA waren stark erhöht, das Wasser wurde damit seitens des CVUA Sigmaringen als nicht zum Verzehr geeignet beurteilt". Nachfolgende Untersuchungen und Ergebnisse anderer Wasserlabors bestätigten diese Gehalte.
Die festgestellte Belastung wurde durch den zuständigen Wasserversorungsverband und das Gesundheitsamt Rastatt umgehend öffentlich bekannt gegeben. In einer Pressemitteilung vom 11. Oktober 2013 wurde darauf hingewiesen, dass das Trinkwasser in den Gemeinden Kuppenheim und Förch von Schwangeren und Säuglingen vorsorglich nicht getrunken werden soll. Eine sonstige Verwendung zum Waschen, Baden oder Wäschewaschen war jedoch problemlos möglich. Durch eine geänderte Wasserförderung und Aufbereitung konnte die Belastung bereits am 17.10.2013 auf ein unbedenkliches Niveau gesenkt werden".
Ende August 2014 ging nun ein neuer Brunnen ans Netz, dessen Wasser derzeit noch unbelastet ist. Hatte Kuppenheims Trinkwasser zuvor einen PFC-Wert von 0,77 (Additionswert), konnte durch eine Änderung/ Mischung der Brunnen 1 und 5 (Verhältnis 35% zu 65 %) ein nach der Additionsregel berechneter Summenwert von 0,25 µg/L erreicht werden (Stand: 22.09.2014).
Zwischenzeitlich konnten die PFC-Werte im Trinkwasser noch weiter reduziert werden (die letzten uns mitgeteilten Werte sind unter „MESSWERT AKTUELL" auf dieser Homepage veröffentlicht). Nach einer Pressemitteilung des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal sei dies auf einen Umbau der Aufbereitungsanlage im Wasserwerk Förch zurückzuführen. Hierzu teilt der Wasserversorgungsverband folgendes mit:
„Bisher wurden die aus den Tiefbrunnen geförderten Rohwässer vor der Enthärtungsanlage  gemischt und dann in die Teilströme „Bypass“ und „Feed" aufgeteilt. Nur aus dem Teilstrom „Feed" werden die Härte bildenden Mineralien und PFC mittels Membrantechnik entfernt, während über den Bypass PFC-belastetes Wasser aus Brunnen 1 ins Netzwasser gelangte. Mit dem im Dezember 2014 abgeschlossenen Umbau wurden die Teilströme so getrennt, dass über den Bypass nur noch unbelastetes Wasser aus Brunnen 5 geleitet wird, während das belastete Wasser aus Brunnen 1 und der Überschuss aus Brunnen 5 die Membranen passiert."
Allerdings wird nach unserer Recherche, das Konzentrat mit den in der Anlage herausgefilterten PFC in den Gewerbekanal und damit in die Oberflächenwasser eingeleitet. Auf unsere Anfrage hat das Umweltamt beim Landratsamt Rastatt folgende Stellungnahme abgebeben:

„Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse über eine PFC-Belastung des Konzentratwassers waren Ende 2013 die wasserrechtlichen Anforderungen der genannten Einleitungserlaubnis von Amts wegen um die gewässerspezifischen Frachtbegrenzungen der entsprechenden Parameter für PFC zu ergänzen. In einem Gutachten der LUBW vom 6. Dezember 2013 wurde für die Ableitung von PFC-belastetem Abwasser eine allgemeine und mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe abgestimmte Herleitung für entsprechende Grenzwerte erarbeitet.

Als Grundlage diente die aus einem Leitfaden zur Altlastenbearbeitung des Landes Baden-Württemberg abgeleitete Frachtbegrenzung bei Emissionen aus Altlasten in Fließgewässer. Als maximale Fracht einer Konzentratableitung in den Gewerbekanal wurden aus Vorsorgegründen allerdings lediglich 25% des mit diesem Leitfaden ermittelten Wertes zugelassen. Speziell für die örtlichen Verhältnisse des Wasserwerks Förch (Einleitmenge Konzentratwasser 8,4 l/sec bzw. derzeit 7,2 l/s, Mittlerer-Niedrigwasser-Abfluss (MNQ) im Gewerbekanal 1.910 l/s) wurden als Grenzwerte damit eine maximale Tagesfracht von 1,07 g für die Summe PFOS und PFOA sowie 3,57 g für die Summe aller PFC ermittelt.

Selbstverständlich sind neben der Frachtbegrenzung im Rahmen der Immissionsbegrenzung stets auch die sog. Gerinfügigkeitschwellenwerte für PFC im Gewerbekanal selbst einzuhalten (PFOA + PFOS  kleiner oder gleich 0,3 µg/l und Summe PFC kleiner oder gleich 1,0 µg/l). Mit den o.g. Abflusswerten ergibt sich z.B. nach der Einleitung in den
Gewerbekanal eine  Erhöhung der Summe PFOA + PFOS von 0,006 µg/l."
Diese „von Amts wegen" legalisierte Gewässerverunreinigung kann auf Dauer nicht hingenommen werden, zumal im Wasserwerk Baden-Baden-Sandweier ebenfalls eine Umkehrosmoseanlage geplant wird und die dort gefilterten PFC in den Sandbach geleitet werden sollen“.

Wie sind diese Werte zu interpretieren?
Auch wenn die Konzentration von PFC deutlich gesenkt werden konnte, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bevölkerung Kuppenheims – unbemerkt - über Jahre hinweg hoch belastetes Trinkwasser konsumiert hat. Solange die kontaminierten Grundstücksflächen nicht vollständig saniert sind, ist mit weiterem Eintrag von PFC in das Grundwasser zu rechnen. Der neue Brunnen 5 ist derzeit (noch) unbelastet. Nach unseren Erkenntnissen wird aus tieferen Lagen gefördert. Allerdings liegt dieser Brunnen nur in einer geringen Entfernung zu den belasteten Brunnen. Nach unserer Auffassung ist damit zu rechnen, dass aufgrund der Förderung und der damit verbunden Fließbewegung der Fahne langfristig wieder mit einem Anstieg von PFC zu rechnen ist.

Die Gefahr ist damit nicht gebannt!
Bei Perfluorierten Tensiden (PFT) oder allgemein Perfluorierten Chemikalien (PFC) handelt es sich um chemische Verbindungen, die im Verdacht stehen, krebserregend und fotpflanzungsschädigend zu sein. PFC kann man nicht riechen, nicht sehen und nicht schmecken. In der Umwelt sind sie nicht abbaubar, im Körper haben sie eine Halbwertszeit von vielen Jahren. PFC werden kaum ausgeschieden und reichern sich nachweislich in den Organen an.

Was kann man tun, um im Körper befindliche PFC wieder loszuwerden? Leider nichts!

In der Stellungnahme der Trinkwasserkommision des Bundesministeriums für Gesundheit vom 07.08.2007 wird hierzu folgendes ausgeführt: „…Insbesondere PFC mit mehr als acht C-Atomen zeichnen sich durch eine sehr hohe Verharrungs- und Kumulationstendenz in Blut und Leber aus. Vermutlich durch aktiven Transport gelangen sie auch in andere Organe und werden transplanzentar an die nächste Generation weitergegeben…. Im Sinne eines Generations-übergreifenden,.d.h. vorsorgenden Schutzes vor den stark kumulierenden Stoffen PFOA und PFOS rät die TWK erneut allen Behörden, die für die Qualität der betroffenen Gewässer und des Trinkwassers verantwortlich sind, künftige regulatorische Entscheidungen zum Schutz des Rohwassers mindestens daran auszurichten, dass der Vorsorgewert (Zielvorgabe) in Höhe von 0,1 µg/ LPFC im Trinkwasser mit Hilfe naturnaher Aufbereitungsverfahren langfristig erreicht und eingehalten werden kann…"
Über die Bewertung der Gefahr für den Menschen gehen die Meinungen auseinander. Es scheint verständlich, dass besorgte Bürger alarmiert sind. Die betroffenen Verwaltungen wollen tendenziell eher beruhigen. Dabei existieren keine verläßlichen Untersuchungen darüber, welche Auswirkungen PFC in welchen Konzentrationen hervorruft, die Richtwerte sind lediglich theoretisch festgelegt. Solange nicht bekannt ist, wie schädlich diese Chemikalien sind, kann nach unserer Meinung nicht von unbedenklichen Konzentrationen gesprochen werden und muß das Ziel sein, den Bürgerinnen und Bürgern ein, soweit technisch machbar, PFC-freies Wasser zur Verfügung zu stellen.

Was wir schon erreicht haben

Nachdem sich einzelne Bürger schon 2013 informierten, austauschten und an die zuständigen Stellen wandten, hat sich daraus im August 2014 unsere Bürgerinitiative gegründet.
Anfragen zu den jeweiligen Kenntnissen und Einschätzungen richteten wir umgehend an den Kuppenheimer Bürgermeister Mußler, die Regierungspräsidentin, den Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal, Landrats-, Umwelt- und Gesundheitsamt. Der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal, dem Kuppenheim angehört, informiert uns über die vierzehntägig erhobenen Laborwerte.
Offenbar motiviert durch unser Flugblatt, welches an sämtliche Haushalte verteilt wurde, hat Bürgermeister Mußler dieses Thema am 29.09.2014 in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung behandelt. Hierbei hat Bürgermeister Mußler u.a. auf unsere Unterlagen zurückgegriffen.

Was wir erwarten

Zunächst sollten unverzüglich die Ursachen beseitigt werden, ohne Rücksicht auf die Kosten, die bei der Betrachtung meist im Vordergrund standen. Denn letztendlich werden sie von den Verursachern nicht bezahlt werden, und für Gesundheit und Lebensqualität sollte uns nichts zu teuer sein.
Auch wenn die gemessenen PFC-Werte im Kuppenheimer Trinkwassser mittlerweile drastisch gesenkt werden konnten, ist das Risiko nicht beseitigt. Mit einem weiteren Anstieg von PFC ist zu rechnen (s. oben).
Im Hinblick auf die wahrscheinlich bereits seit Jahren andauernde hohe Belastung von PFC in unserem Trinkwasser, sollte eine Studie über die Auswirkungen der PFC- Belastung für die Kuppenheimer Bevölkerung in Auftrag gegeben werden. Nur eine Blutuntersuchung kann Auskunft darüber geben, wie hoch die Belastung tatsächlich ist und ob die Kuppenheimer Einwohner einer tatsächlichen Gesundheitsgefährdung ausgesetzt waren. Im Fall „Möhne“ wurde eine prospektive Studie zur Belastung der Arnsberger Bevölkerung durchgeführt. Es wurden 691 Kinder, Frauen im gebärfähigen Alter und Männer aus den belasteten Stadtteilen und zur Kontrolle aus unbelasteten Gebieten untersucht. Als wichtigste Verbindung wurde PFOA gemessen. Die Werte der Arnsberger lagen mit 22,1 µg/l Blut bei Kindern, 23,4µg/l bei Müttern und 25,3 µg/l bei Männern deutlich höher als bei der Kontrollgruppe mit 4,8, 2,8 bzw. 5,8 µg/l.
Das  örtliche Gesundheitsamt und das zuständige Landesgesundheitsamt haben in ihrem Aufgabenspektrum „Gesundheitsschutz mit den Teilbereichen Infektionsschutz und umweltbezogener Gesundheitsschutz, die Gesundheitsförderung und Prävention"  in Bezug auf die innere PFC-Belastung bisher völlig versagt. Mit  Schreiben vom 1.12.2014 an das Sozialministerium Baden-Württemberg hat das Gesundheitsamt Rastatt in nicht nachvollziehbare Weise darauf hingewiesen, dass ein reines Biomonitoring nicht geeignet ist, den daran interessierten Personen die wesentlichen Fragen zu beantworten. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das einzige Bestreben des Gesundheitsamtes ist, eine solche Untersuchung zu verhindern. 
Folgende wesentliche Fragen kann das Gesundheitsamt deshalb auch nicht beantworten:
- Wie hoch ist meine innere Belastung mit PFC?
- Sind die PFC-Werte auf den Konsum des belasteten Trinkwassers zurückzuführen?
- Kann ich bei den festgestellten Werten (die das örtliche Gesundheitsamt nicht kennt und interessiert) mein Kind
   weiter stillen?
- Ist möglicherweise der Impfschutz meines Kindes durch die PFC-Belastung beeinträchtigt?

Die Bürgerinitiative hat in der Zeit vom 07.01. bis 28.01.2015 eine eigene Untersuchungsreihe durchgeführt. Nach Bewertung durch die Ruhruniversität Bochum (Dr. Hölzel) sind die erhöhten PFOA-Belastungen eindeutig auf den Konsum des belasteten Trinkwassers zurückzuführen. Eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse ist unter „Aktuell" dargestellt.
PFC stellt nicht die erste und nicht die letzte Bedrohung für unser Trinkwasser dar. Darum hoffen wir, dass dieser Fall dazu beiträgt, das Bewusstsein für den lebenswichtigen Wert der eigenen Umwelt zu schärfen. Die Kommune müßte hierbei eine aktivere Rolle übernehmen, beispielsweise durch die Einrichtung einer Umweltberatung.


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